Gelbes ZZahnarzt Heute...
Information über Zahnmedizin und Gesundheitspolitik
Ein Service von Pieter Verbeek, Zahnarzt
 
Füllungsmaterialien
In der Zahnmedizin wird viel Zeit mit den Folgen von Karies verbracht, hierfür sind viele Wirkstoffe als Zahnfüllung im Gebrauch. Die ideale Zahnfüllung gib's nicht. Alle Wirkstoffe haben Vor- und Nachteile, die man abwegen muß.

Für Zahnfüllungen gibt's, nachdem der Zahnarzt die kariöse Zahnmasse entfernt und den Zahn für die Füllung vorbereitet hat, zwei verschiedene Verfahren: Direkt, hierbei wird das Material in plastischer Form in den Zahn gebracht und da ausgehärtet und poliert, oder Indirekt, hierbei wird von den vorbereiteten Zähne ein Abdruck gemacht, woraus ein Gipsmodel angefertigt wird. Hierauf macht der Zahntechniker Inlay's (vorgeformte Einlagefüllungen), die vom Zahnarzt in den Zähnen "festgeklebt" werden.
 
 
 
ob man Amalgam oder Zahnfarbige Füllungen bevorzugt, hängt von vielen Faktoren ab. Auf jedem Fall ist bei allen Füllungen die Qualität wichtiger als das Material. Eine fachgerechte Amalgamfüllung ist bestimmt besser als eine mangelhafte "Kunststoffüllung".
Amalgamfüllungen: Geschmacksache
Die ästhetische Lösung: Kompositinlay

 

Seitenzahnfüllungen im Vergleich
Material/
Eigenschaft
Amalgam1
Komposit2
Kompomer3
Glasionomer4
Goldinlay
Keramik-
inlay
Komposit-
inlay
Verträglichkeit OO OOO OO OOOO OOOO OOOOO OOO
Ästhetik O OOOO OOO OO OO OOOOO OOOO
Funktion OOO OOO OO OO OOOO OOO OOO
Haltbarkeit OOOO OOO O O OOOOO OOOO OOOO
Aufwand O OOO OO OO OOOO OOOOO OOOO
Kosten (€) 20-70* 60-130+ 20-70* 20-70* 300-400+ 400-500+ 300-400+
Kurzübersicht

1 Amalgam ist im Seitenzahnbereich für kautragende Füllungen Standartversorgung der gesetzlichen Krankenkasse. Auch die Honorare in der Privatgebührenordnung sind auf Amalgam ausgelegt und lassen ohne Sondervereinbarung oder Analogberechnung kaum Möglichkeit für andere Materialien bei fachgerechter Verarbeitung. 

2 Komposit ist im Frontzahnbereich als Vertragsleistung der GKV erhältlich (allerdings nur mit einfacher Technik), im Seitenzahnbereich nur bei Amalgamallergie oder schweren Nierenleiden, sonst zuzahlungspflichtig. Bei Privatbehandlung: Die GOZ (seit 1988 nicht angepaßt!) enthält keine Abrechnungspositionen für Kompositfüllungen, deshalb ist eine zog. Analogberechnung notwendig, um den 1,5- bis 2-fachen Aufwand auszugleichen. Dieses Verfahren ist nach GOZ zulässig, trotzdem stellen sich hier viele Privatversicherungen quer und erstatten nach dem Muster: "Füllung ist Füllung". Wegen des meistens zu geringen Streitwertes, bleiben so die Versicherten meistens auf einen Teil der Kosten sitzen. Hier sieht man, was die Gesundheitsbürokratie verursacht: Einen wissentlich in Kauf genommenen Qualitätsverlust!

3 Kompomer ist z.Z. nur für nicht kautragende oder kleine Füllungen im Seitenzahnbereich geeignet. In diesem Fall meistens nicht zuzahlungspflichtig, obwohl der Aufwand größer ist als bei Amalgam. Da das Material erst seit ca 6 Jahren in Deutschland zugelassen ist, muß der Erfolg auf längere Sicht noch abgewartet werden. 

4 Glasionomerfüllungen sind in den letzten Jahren stark verbessert worden. Das Material haftet gut an Zahnsubstanz und schuzt so für neue Karies, es ist metallfrei, gut verträglich und einigermäße Zahnfarbig. Die Verschleiß- und Bruchfestigkeit sind deutlich geringer als Amalgam oder Komposit.  Glasionomerfüllungen eignen sich sehr, als "Zwischenlösung", wenn auf Dauer Inlay's oder (Teil)Kronen gemacht werden sollen. Der Zement ist, im Gegensatz zu Amalgam oder Komposit, gut geeignet, später unter der definitiven Versorgung zu verbleiben. Obwohl der Aufwand bei fachgerechter Verarbeitung, größer als für Amalgam ist, werden diese Füllungen normalerweise ohne Zuzahlung als Vertragsleistung erbracht. 

* Honorar für (Amalgam)-Füllung als "Kassenleistung" 

+ Richtpreise ggf.. incl.. Material- und Laborkosten. Die Kosten einer Amalgamfüllung der gleichen Größe (ca € 20-70) können bei diesen Wahlleistungen über Chipkarte abgerechnet werden und werden auf dem Rechnungsbetrag angerechnet.

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